Wenn wir denken, dass wir denken. Teil 2
Wie unser Gehirn arbeitet
Unser Gehirn filtert eine ständige Flut an Informationen. Dafür nutzen wir Muster und Kategorien: Wir greifen auf alles zurück, was wir gelernt oder gehört haben – von Eltern, Lehrkräften, Freund*innen, in unserem kulturellen Umfeld, aus den Medien.
- Menschen, die uns begegnen, werden erst mal gescannt und eingeschätzt - anhand von äußerlichen Merkmalen wie Geschlecht, Alter, Akzent, Haar- und Hautfarbe, Kleidung.
- Das wird uns in der Regel gar nicht bewusst. Neurowissenschaftler gehen davon aus, dass mehr als 90% unserer Wahrnehmungs- und Denkprozesse im unbewussten Teil unseres Gehirns ablaufen. Unser bewusstes Denken läuft langsam, gründlich und logisch ab - unser unbewusstes Denken extrem schnell, spontan und intuitiv.
- Ist uns eine Situation fremd, reagieren wir blitzschnell – so, als wären wir in einer Gefahrensituation. Dass die Situation allerdings häufig keineswegs gefährlich ist, lernen wir, je häufiger wir unser Denkmuster überdenken und wiederholt die Erfahrung machen: Vielfalt und Unterschiedlichkeit sind vollkommen natürlich.